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Unter diesem Motto stand auch die II. Jugendarbeitsschutzkonferenz der DGB-Jugend Sachsen (tatkräftig unterstützt von der Abteilung Sozialpolitik), die am 28. April im Kraftwerk Boxberg in der Oberlausitz durchgeführt wurde. Angeregt hatte diese Veranstaltung der Betriebsrat des Kraftwerkes von Vattenfall in Boxberg. Und wir als DGB-Jugend sind der Einladung gern gefolgt. Wie auch bei der I. Konferenz im September letzten Jahres fanden sich Jugendliche mit Vertretern aus den Arbeitsschutzbehörden und Betriebsräten verschiedenster Branchen zusammen um über dieses wichtige Thema zu sprechen und sich auszutauschen. Thomas Jurk, der Wirtschafts- und Arbeitsminister Sachsens und gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident gab der Konferenz ebenfalls die Ehre und stand allen Interessierten für Nachfragen und Anregungen zur Verfügung. Gleichzeitig dokumentierte er mit seiner Anwesenheit, wie wichtig ihm das Thema als zuständiger Minister ist.
Begonnen hat die Konferenz mit einem Gang durch die Ausbildungsstätte des Kraftwerkes. Vattenfall selbst hat momentan 120 Auszubildende die in ausgezeichneten Verhältnissen ihre Ausbildung verrichten können. Jugendarbeitsschutz wird hier ganz groß geschrieben, denn wie ein Ausbilder ganz richtig berichtete muss der Jugendarbeitsschutz erst einmal gewusst werden, bevor er beachtet werden kann. Deshalb wird von Anfang an viel Wert auf die Unterrichtung gelegt und die Bilanz kann sich sehen lassen. Seit 412 Tagen ist der Betrieb ohne Unfälle geblieben. Nach dem Rundgang durch die Ausbildungsstätte fand dann der inhaltliche Teil statt. Minister Jurk betonte noch mal, dass die Gewerkschaften seine Unterstützung haben wenn es um die Abwehr von Verschlechterungen beim Jugendarbeitsschutz geht. Auch die neuerlichen Angriffe aus Baden-Württemberg würde Sachsen im Bundesrat nicht mittragen. Wieder mal wird versucht an der Beschäftigungsgrenze für Abendarbeit zu schrauben (22 Uhr statt bisher nur 20 Uhr) oder das Beschäftigungsverbot für Jugendliche an Samstagen auszuhebeln. Das Nein des Ministers hörten die Vertreter des DGB und der DGB-Jugend gern. Sie hatten bereits in der Konferenz vom September ihre Forderungen an einen verbesserten Jugendarbeitsschutz formuliert und auch bei dieser Konferenz wieder vorgetragen, was sie unter einer Verbesserung desselben verstehen. André Schnabel von der DGB-Jugend stellte auch fest, „dass es natürlich nicht nur mit einem besseren Gesetz getan sei, sondern dass alle, die mit dem Thema betraut sind "Arbeitsschutzbehörden, Schule, Betriebsräte und auch die Schüler(innen) selbst zusammenarbeiten müssen, damit ein guter Jugendarbeitsschutz gewährleistet werden kann". So wurde auch die Ankündigung von Minister Jurk, wonach es in Zukunft Schulungsangebote für Berufsschullehrer geben wird, von den Anwesenden mit Zustimmung aufgenommen. Diese Forderung, wonach das Thema eine größere Rolle im Unterricht spielen muss, war ein Ergebnis der letzten Konferenz. Als Fazit der II. Jugendarbeitsschutzkonferenz kann wohl gesagt werden, dass die Forderung der DGB-Jugend "Her mit einem besseren Jugendarbeitsschutz!" nach wie vor seine Berechtigung hat und dass es sich nach wie vor lohnt sich dafür einzusetzen. Denn allen Unternehmern, die Arbeitsschutz immer nur als Kostenfaktor sehen, sei ins Stammbuch geschrieben: Gerade in Zukunft wird das Thema noch wichtiger werden. Denn wenn durch die demografische Situation der Fachkräftemangel weiter zunehmen wird, wird es für die Unternehmen eine echte Kostenfrage keinen guten Arbeitsschutz zu gewähren, denn andere gute Mitarbeiter(innen) sind dann einfach nicht zu haben! Aber auch unabhängig davon gehört einfach das höchste Maß an (Jugend)Arbeitsschutz zu einer menschenwürdigen Arbeit dazu, neben existenzsichernden Löhnen! |