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Die DGB-Jugend tritt für ein soziales Europa ein und tauscht sich mit den Nachbarn aus Tschechien und Polen darüber, wie sich die Arbeit für junge ArbeitnehmerInnen in den jeweiligen Ländern wandelt.
Wir organisieren im Rahmen des IGR (Interregionalen Gewerkschaftsrats - DGB, Solidarnosc, CMKOS) Seminare zu den Themen Arbeit und Soziales. Gemeinsam entwickeln wir Positionen, Vorstellungen und Aktionen, um der interregionalen Arbeitnehmerjugend eine Stimme zu geben und auf europäischer Ebene Einfluss zu nehmen. Auf dem Weg zu einer sozialpolitischen Agenda der interregionalen Gewerkschaftsjugend für die Europawahlen 2009 Entwicklungen und Trends bei Arbeitsbeziehungen und Sozialstaat in Tschechien, Polen und Deutschland, Workshop in Karpacz, 5-7.12.2008 In Dezember 2008 haben sich in der Nähe der Schneekoppe in Karpacz drei kleine Delegationen von jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern getroffen. Das Thema waren die sogenannten „Reformen“ in den drei Ländern, die jenseits der nationalen Grenzen immer mit Einschnitten am Sozialstaat und an den ArbeitenehmerInnenrechten einhergehen. Ziel der jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter war, einen Einblick in die Prozesse der Nachbarländer zu bekommen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede dabei zu identifizieren.  Einige der jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kennen sich bereits seit Jahren, so dass diese Treffen ein immer willkommener Anlass für Spaß und internationales Plaudern sind. Herzliche Begrüßung beim Ankommen und witzige „warm-up“ Spielen kennzeichnen den ersten Abend, der immer in ein fröhliches Feiern endet ;-) Jede Seite sammelt Give-aways der anderen Organisationen und nimmt die konkreten Erinnerungen aus den Arbeitskämpfen der Nachbarländer mit nach Hause. Die Präsentationen und Diskussionen am zweiten und dritten Tag zeigten, dass durchaus ähnliche Entwicklungen im Sozialbereich in Polen, Deutschland und Tschechien am Laufen sind, deren Ähnlichkeiten aus der einfallslosen Einheitlichkeit der neoliberalen Rezepte bestehen. Überall dieselbe Musik, seien hier nur einige Töne davon genannt: Steuerentlastungen für Unternehmen und Vermögenden mit der daraus folgenden künstlicher Verarmung des Staates, Einschnitte in die Sozialleistungen, Flexibilisierung und Reduzierung von ArbeitnehmerInnenrechten, Privatisierung der Daseinsvorsorge mit damit einhergehenden Verschlechterungen des Service für die weniger Wohlhabenden, Lohneinbüßen und Arbeitszeitverdichtung für ArbeitnehmerInnen, hemmungsloser Standortwettbewerb zwischen den Belegschaften usw. Am Ende derselbe Fazit überall: eine riesige Umverteilung von unten nach oben, Unternehmensgewinne explodieren, ArbeitnehmerInnenlöhne brechen ein. Mit dem Blick auf das wirtschaftspolitische Tagesgeschehen die logische Schlussfolgerung von diesem Prozess: explodierende Gewinne, die von den Anteilseignern auf dem Finanzmarkt diktiert werden, werden in die globale Finanzmarktblase reingepumpt und das Ganze endet in eine Katastrophe, die auf uns alle zurückschlägt, außer als auf die Verantwortliche! Trotz düsterer Prognose und negativer Meldungen haben jedoch die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Optimismus und Hoffnung bewahrt. Beim Seminar haben sie Kraft aus der gemeinsamen Solidarisierung geschöpft sowie aus der Überzeugung, dass trotz praktizierten Standortswettbewerbs ihre Interessen jenseits der Grenzen immer dieselben sind, um das im Metall Slang zu sagen: „Her mit dem schönem Leben!“. Die nächste Etappe wird ein Workshop im Frühjahr 2009 sein, um gemeinsame Forderungen der interregionalen Gewerkschaftsjugend hinsichtlich der Europawahlen zu entwickeln. Dabei müssen die Kompetenzbereiche der EU identifiziert werden, wo man mit unseren gewerkschaftlichen Forderungen andocken kann. Wir müssen mit unseren Forderungen auch nicht aus dem Blick verlieren, was Europaparlamentarier (sie sind letztlich bei den Europawahlen unsere Zielgruppe) in den jeweiligen Politikfeldern bewirken können, um der Zielvorstellung einen sozialen Europas näher zu kommen. Wir werden uns aber nicht nur damit auseinandersetzen, wie man im Rahmen der gegebenen europarechtlichen Möglichkeiten ein soziales Europa ausbauen kann, sondern auch im Einklang mit unseren „Erwachsenorganisationen“ Vorstellungen dafür entwickeln, wie man die europäischen Verträge so verändern kann, dass demokratische Legitimität und die Rolle des Europäischen Parlaments gestärkt werden, denn nur bei Veränderungen vom gesamten europäischen rechtlichen Rahmen ist eine arbeitnehmerfreundlichere Politik auf europäischer Ebene möglich. Hier könnt ihr dreisprachig die Berichte der jeweiligen Delegationen zum Thema „Entwicklungen und Trends bei Arbeitsbeziehungen und Sozialstaat in Tschechien, Polen und Deutschland“ weiterlesen.
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