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Die drastischen Mittelkürzungen in der Jugendarbeit werden von den sächsischen Gewerkschaften scharf kritisiert. Rund 5,5 Millionen Euro sollen nach aktuellen Informationen landesweit eingespart werden.
„Hier werden die Prioritäten einfach falsch gesetzt“, sagt Iris Kloppich, Vorsitzende des DGB-Sachsen. „Investitionen in Infrastruktur, in Straßen und Brücken, sind ohne Frage wichtig. Aber Investitionen in die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen sind von viel größerer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, so Kloppich weiter. Allein in den Jugendverbänden des Kinder- und Jugendrings Sachsen betätigen sich über 150.000 junge Menschen. „Sie organisieren Freizeit- und Bildungsveranstaltungen. In ihren Verbänden erfahren die Jugendlichen zum ersten Mal, was Demokratie bedeutet. Für viele Kinder- und Jugendliche sind die Angebote der freien Träger ein fester Bestandteil ihrer Freizeit. Das alles wird durch die Kürzungen aufs Spiel gesetzt“, kritisiert die Gewerkschaftsvorsitzende. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedeuten die Planungen des Sozialministeriums eine Kürzungen von 25 % in diesem Jahr. Das sind für die Jugendarbeit in den Kommunen 4,3 Mio. € und für die Jugendarbeit auf der überörtlichen Ebene 1,1 Mio. € weniger. Das Sozialministerium war durch den Finanzminister aufgefordert 14,4 Mio. € in 2010 einzusparen. Mit insgesamt 5,5 Mio. Euro weniger müssen Kinder- und Jugendliche fast 40 % der Gesamtkürzungen des Ministeriums verkraften. Bereits in früheren Sparrunden traf es gerade die Jugendarbeit im Freistaat. So gab es bereits 2004 Kürzungen von 10% für alle landesweit tätigen freien Träger der Jugendhilfe. „Infolge dessen musste Personal entlassen werden. Einige Vereine und Verbände sind mittlerweile insolvent“, weiß André Schnabel, Jugendsekretär beim DGB und im Ehrenamt Vorsitzender des Kinder- und Jugendringes Sachsen. „Die aktuellen Kürzungen werden viele, gerade kleine Verbände nicht überleben“, so Schnabel weiter.
Die Bilder entstanden bei einer Aktion des Kinder- und Jugendrings Sachsen am 07. Februar. Das traditionelle Neujahrsschwimmen der DLRG in der Elbe wurde genutzt, um auf die anstehenden Kürzungen aufmerksam zu machen. Auf den Seiten des KJRS findet ihr die gesamten Pressemeldungen zum Thema. http://www.kjrs-online.de/index.php?m=protest2010/news |