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DGB Jugend DGB-Jugend Sachsen
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ISRAEL 2009 - DGB-Jugend Sachsen & DGB-Jugend NRW

Mitte Oktober waren jugendliche AktivistInnen der Gewerkschaftsjugend aus NRW und Sachsen zu Gast in Israel. Erstmals nach 18 Jahren Pause besuchte die DGB-Jugend den israelischen Gewerkschaftsdachverband Histadrut Tel Aviv/Jaffo.

Ziel der Fahrt war der Austausch zwischen jungen Menschen aus Deutschland und Israel im Hinblick auf gewerkschaftliche und gesellschaftliche Themen, aber auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Nach einem zweitägigen Vorbereitungsseminar zu Geschichte, Politik, Wirtschaft, Bildung und Gewerkschaften in Israel, startete die 14-köpfige Delegation aus jungen Auszubildenden und Arbeitnehmer/innen am 16. Oktober von Köln nach Tel Aviv. Ori Strassberg, Mitarbeiter der Histadrut, begleitete uns die gesamten, sehr ereignisreichen zehn Tage. 

 

Den Einstieg bildete ein Besuch bei der Histadrut Tel Aviv/Jaffo. Dabei sprachen der Vorsitzende Gershon Gelman und der stellv. Vorsitzende Zvika Zapir über die Geschichte und Arbeit der Histadrut sowie den deutsch-israelischen Gewerkschaftsaustausch.  Die israelische Gewerkschaftsarbeit erfuhren wir später real u.a. durch Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit dem Betriebsrat in der ehemaligen Histadrut-Krankenkasse „Kupat Holim Chalit“ in Tel Aviv und bei dem israelischen Militärradiosender in Jaffo „Galei Tzahal“. Hierbei erfuhren wir auch etwas über das israelische Gesundheitssystem sowie den Stellenwert des Militärs in Israel.

Einen Einblick zur Wirtschafts- und Sozialpolitik gab uns Dr. Roby Nathanson, vom MACRO- Center for political Economics, sowie die deutsche Sozialattaché Raya Nejedlo. Themen wie Wirtschaftskrise, Fachkräftemangel und Jugendarbeitslosigkeit wurden ebenso diskutiert wie die sozialen Sicherungssysteme und das Berufsbildungssystem Israels.

Zur aktuellen medialen Berichterstattung in und über Israel diskutierte mit uns Gad Lior, Chefredakteur der Jerusalemer Redaktion von „Yedioth Ahronot“.Beim Besuch der Entwicklungsbehörde „Mishlama le Yafo“ sprachen wir mit dem Leiter Gilad Peled über die jüdisch-arabische Koexistenz in Tel Aviv/ Jaffo und die Arbeit der Behörde. Das Thema wurde am gleichen Abend mit jungen arabischen Gewerkschaftsaktivistinnen und Absovent/innen des Histadrut-Leadershipkures weiter diskutiert. In Gesprächen wie mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Tel Aviv, dem Leiter der FES in Israel und der israelischen Friedensbewegung „Peace now“ erfuhren wir viel über das Leben in Israel und die politische Situation, vor allem aber über die Herausforderungen der nächsten Jahre.

An zwei Tagen unseres Besuches begaben wir uns auf die Spuren der jüdischen Geschichte und Kultur. Wir  besichtigten zunächst das Diaspora Museum und einen Tag später die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, ein Tag der uns wohl alle am meisten bewegte.

Natürlich besuchten wir auch das Ursprungsviertel Tel Avivs, Jaffo und die Unabhängigkeitskapelle sowie die Altstadt von Jerusalem: nur ein Quadratkilometer klein, aber mit Geschichte gefüllte vier Stadtviertel. Ein traditionelles Shabbat-Essen ergänzte das Programm.

Am Toten Meer erfuhren wir etwas über das ökologische System Israels und etwas über die Geschichte der jüdischen Festung Massada.Beim Besuch des Kibbuz Shefayim und dem Gespräch mit einer der Gründungsmitglieder bekamen wir einen Einblick über geschichtliche Entwicklung und heutige Bedeutung der Kibbuzim. Außerdem lernten wir Chaim Avraham, Mitarbeiter der Histadrut kennen, der uns die Geschichte seines Sohnes erzählte, welcher von der Hisbollah 2000 in den Libanon entführt und umgebracht wurde.Nach einer Auswertung mit Gershon Gellmann am Tag der Abreise, endete unsere Delegation und die Israelreise.  In zehn Tagen bekamen wir einen intensiven Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart Israels. Im kommenden Jahr wird eine israelische Delegation NRW und Sachsen besuchen - ein Beitrag zum weiteren kontinuierlichen Austausch der deutschen und israelischen Gewerkschaftsjugenden.

 

 
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