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DGB Jugend DGB-Jugend Sachsen
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Gute Wahl! Gute Bildung. Gute Arbeit. - Auch nach der Wahl
Forderungen der DGB-Jugend Sachsen an die Politik auch nach dem Wahljahr ´09

Als Interessenvertretung von 14.000 jungen Frauen und Männern in Sachsen ist die DGB Jugend ständig dabei, deren Wünsche und Anforderungen an die Politik aufzugreifen und weiterzutragen. Dabei ist die Bandbreite der Mitgliedschaft der Gewerkschaftsjugend heute breiter als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Neben jungen Beschäftigten sind auch Schüler(innen) und Studierende in den acht DGB-Gewerkschaften organisiert. Alle eint aber der Gedanke an eine gerechte und soziale Welt, in der niemand wegen seines Glaubens oder seiner Herkunft verfolgt oder ausgegrenzt wird und alle die gleichen Chancen erhalten. Daneben hat jede Gruppe aber eine Vielzahl von Einzelinteressen, die sich aus ihrer derzeitigen Lebenssituation heraus ergeben.

Unter der Überschrift „Gute Wahl. Gute Bildung. Gute Arbeit.“ haben wir einen Forderungskatalog aufgestellt, in dem wir den sächsischen Parteien unsere Vorstellungen von Politik vermitteln wollen, auch nach den Wahlen.

 

Was wollen wir mit dieser Schrift erreichen? Zum einen wollen wir den Politikerinnen und Politikern, die sich der Wahl für den Sächsischen Landtag und den Bundestag stellen, die Wünsche und Interessen von nicht weniger als 14.000 Wähler(innen) mit auf den Weg geben. Zum anderen soll es  den jungen Kolleginnen und Kollegen, die am 30. August und am 27. September an die Wahlurnen schreiten, eine kleine Orientierungshilfe bieten. Gute Schule, Gute Ausbildung, Gutes Studium und Gute Arbeit, nicht mehr, aber auch nicht weniger, wollen wir für alle jungen Menschen in unserem Land.

Unsere Forderungen in Kurzform:

Gute Schule

Kostenfreie Bildung
Vom Kindergarten bis zur Hochschule.

Eine Schule für alle!
In der alle Schüler(innen) von der 1. bis mindestens zur 9. Klasse gemeinsam lernen können, in der individuell gefördert, statt ausgelesen wird und einem integrativen Anspruch gerecht wird.

Qualifiziertes Personal
Eine Schule für alle muss personell und sachlich entsprechend ausgestattet sein. Eine stringente Ausbildung und Weiterbildung des Lehrendenpersonals muss dabei stärker ins Blickfeld gerückt werden.

Ganztagsangebote
Müssen ausgebaut werden, und zwar in einer Form, in der neue Formen des Lernens und selbstbestimmtes Lernen und die Herausbildung einer selbstbewussten Persönlichkeit möglich ist.

Gute Jugendarbeit

Jugendverbandsarbeit stärken
Neben Schulen sind Jugendverbände und -vereine wichtige Bildungsorte. Wir fordern die Sicherung und den Ausbau ihrer Arbeit. Dazu gehört ein unbürokratisches Förderwesen und mehr Geld für gutes Personal, die internationale Jugendarbeit und den Bereich Jugenderholung.

Gute Ausbildung

Grundrecht auf Ausbildung
Allen Menschen muss die Möglichkeit zu einer qualifizierten Ausbildung nach den Bestimmungen des BBIG gegeben werden. Schmalspurausbildungen sind abzulehnen.
Dabei ist besonders wichtig auch denen, die das derzeitige Bildungssystem benachteiligt, eine faire Chance zu geben. Schule muss besser auf Ausbildung vorbereiten, dazu gehört auch die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung.

Ausbildungsplatzumlage
Betriebe die nicht ausbilden oder unter ihren Möglichkeiten bleiben, sollen einen entsprechenden Beitrag zur solidarischen Finanzierung der Ausbildung zahlen.

Eine bessere Qualität der Ausbildung
Auf die Ausbildungsqualität gehört ein größeres Augenmerk. Die Einhaltung der bestehenden Gesetze muss stärker als bisher kontrolliert werden (bspw. die Einhaltung des JArbSchG, der Ausbildungsrahmenlehrpläne). Ausbildungsmängel müssen veröffentlicht werden.

Ausbildung muss fair bezahlt werden
Wir fordern Ausbildungsvergütungen nach Tarif. Negative Abweichungen müssen mit Sanktionen geahndet werden.

Mehr Mitbestimmung in der Ausbildung
Mitbestimmungsrechte von jungen Menschen in der Ausbildung muss gestärkt werden. Für außerbetriebliche Ausbildungen braucht es endlich eine Richtlinie, die die Gründung von Interessenvertretungen und deren Rechte klar regelt.

Bildungsurlaub
Sachsen braucht ein Bildungsurlaubsgesetz das einen Mindestanspruch von zehn Arbeitstagen pro Jahr festschreibt.

„Schutzschirm für Ausbildung!“ – Ausbildungsplätze in der Krise sichern
Wenn Betriebe Insolvenz anmelden müssen, oder Kurzarbeit angesagt ist, soll eine qualitativ hochwertige Ausbildung trotzdem möglich sein bzw. zu Ende gebracht werden können. Dazu hat der DGB Wege und Möglichkeiten beschrieben. Außerdem muss ein Einbruch im Angebot an Ausbildungsplätzen verhindert werden.

Gutes Studium

Attraktivität des Studiums erhöhen
Beim Nein zu Studiengebühren muss es bleiben. Die soziale Unausgewogenheit an den Hochschulen muss beseitigt werden. Dieser Prozess muss bereits in der Schule beginnen.

Bessere soziale Rahmenbedingungen des Studiums
Finanzielle Stärkung der Studentenwerke. Sie sind als soziale Zentren auszubauen, um besonders junge Menschen aus einkommensschwachen Haushalten zu unterstützen.

Keine Verschlechterungen des Studiums durch Bachelor/Master Studiengänge
Die DGB-Jugend fordert das Land Sachsen auf, sich für Änderungen des Akkreditierungsverfahrens in der Kultusministerkonferenz einzusetzen. Unbedingt sollte darüber hinaus garantiert werden, dass Bachelor-Abschlüsse berufsqualifizierend sind. Außerdem brauchen wir wieder mehr Freiräume im Studium, damit besonders ehrenamtliches Engagement noch möglich bleibt.

Gute Arbeit für wissenschaftliches Personal
Der Trend der Ausweitung von prekären Arbeitsverhältnissen bei den wissenschaftlichen Hochschulkräften, aber auch bei den studentischen Hilfskräften muss gestoppt werden. Dazu bedarf es einer besseren finanziellen Ausstattung und starker Tarifverträge für diese Personengruppen. SHKs gehören in das Personalvertretungsgesetz.

Mehr Demokratie an den Unis
Die Studierendenschaft ist angemessen an der Entwicklung ihrer Hochschulen zu beteiligen. Die derzeitige Konstruktion der Hochschulräte ist dahingehend noch einmal zu überdenken.

Gute Arbeit

Gute Arbeit statt prekärer Jobs für junge Menschen
Dazu gehört eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung. Schaffung gesetzlicher Regelungen für Praktika. Die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne und die Eindämmung der Leiharbeit und Minijobs. Junge Menschen müssen häufiger mit schlechter bezahlten Jobs, befristeten Arbeitsverhältnissen oder anderen prekären Formen von Arbeit vorlieb nehmen. Gerade junge Menschen brauchen Perspektiven in ihrem Leben. Außerdem birgt dieser Trend große Gefahren für die Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme in der Zukunft

 
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