|

Am 1. Mai 2009 fand traditionell die DGB-Veranstaltung auf dem Schlossplatz in Dresden statt. Hierbei wurden von Gewerkschaftsvertreter/inen und Politiker/innen Lösungsansätze für die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise gefordert. Als konkrete Maßnahmen wurde einen Schutzschirm für Arbeit und Ausbildung sowie die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes gefordert. Die DGB-Jugend startete eine ganz eigene Aktion gegen den angekündigten Naziaufmarsch in Dresden und für bessere Arbeits-, Lebens- und Studienbedingungen. Gegen 10 Uhr legten neun Schaufelraddampfer für eine Elbrundfahrt ab. Die rund 2.500 Passagiere und Schaulustigen am Ufer wurden durch die Gewerkschaftsjugend auf der Augustusbrücke mit dem Transparent „Wir lassen uns von Nazis und Krisen nicht unsere Perspektiven vermiesen!“ verabschiedet.
Um 14 Uhr, als Tausende die Rückkehr der Dampfer erwarteten, wurde die Aktion auf der Brühlschen Terrasse wiederholt und ausgeweitet. Die DGB-Jugend informierte die Passanten über ihre Forderungen und verteilte 1000 Flyer an die neugierigen Zuschauer/innen. Durch diese öffentlichkeitswirksame Aktion hat die Gewerkschaftsjugend ein weiteres Mail auf die Situ ation der Jugend aufmerksam gemacht und ihrer Forderung nach gerechten Arbeits- Lebens- und Studienbedingungen - gerade in Krisenzeiten - Nachdruck verliehen.Denn gerade Auszubildende sind von der Krise betroffen: was passiert bei Insolvenz, Kurzarbeit und Entlassungen mit den Azubis? Eine qualitativ hochwertige Ausbildung und unbefristete Übernahme muss gewährleistet werden. Zentrale Forderungen gegenüber Politik und Unternehmen sind: § „Schutzschirm für Ausbildung!“ - Ausbildungsplätze in der Krise sichern Was passiert mit den Jugendlichen? Bei Kurzarbeit und Entlassungen? Eine qualitativ hochwertige Ausbildung muss gewährleistet und zu Ende gebracht werden. § Übernahme statt Überstunden! unbefristete Übernahme für Azubi und BA Student/innen, fairer Berufseinstieg und Gute Arbeit- statt prekärer Jobs. § Stopp Generation Praktikum! für Praktika, die Wissen vermitteln und eine Basis für den schnellen Berufseinstieg sind. § Kostenfreie Bildung für alle! also keine Studiengebühren, kostenfreie Lehr- und Lernmittel in Betrieb, Schule und Uni. § Wer nicht ausbildet muss zahlen!  Umsetzung der Ausbildungsplatzumlage: damit mehr betriebliche Ausbildungsplätze entstehen. § Qualität in Bildung und Ausbildung! und kein Missbrauch von Azubis und Student/innen als billige Arbeitskräfte. § Mehr Mitbestimmung in Betrieb und Schule! Ausweitung der Einflussmöglichkeiten Jugendlicher; Interessensvertretungen auch in Ausbildungsträgern. Die Aktion wurde auch genutzt um Protest gegenüber den Nazis in der Stadt zu zeigen, die schon seit Jahren den 1. Mai missbrauchen, um ihre menschenverachtenden Ideologien und Parolen auf die Dresdner Straßen zu tragen. Aber „Nicht mit uns! Für uns ist es der Tag, an dem wir für gleiche Rechte und für ein besseres Leben für alle Menschen weltweit kämpfen, für ein Leben ohne Krieg, Ausbeutung, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus, für ein schöneres Leben und ganz sicher - ohne Neonazis!“ so die Gewerkschaftsjugend. |