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Vom 09. März bis 08. April war die DGB-Jugend mit der Frühjahrs-Berufsschultour 2009 an Sachsens Schulen unterwegs.
An 15 Schulen haben die geschulten ehrenamtlichen Teamer/innen 35 der Projekttage „Demokratie und Mitbestimmung“ durchgeführt. Ca. 600 Schüler/innen nahmen in den Klassen daran teil. Auf dem Schulhof waren außerdem wieder kompetente Ansprechpartner/innen des DGB und der Mitgliedsgewerkschaften auf dem Schulhof. Aber was passiert da eigentlich genau?
*** Wenn die Sonne aufgeht, ist die DGB-Jugend mit ihrem vollgepackten Bus über die Autobahn auf dem Weg zur Berufsschule z. B. in Annaberg, Leipzig, Pirna oder Chemnitz. Um sieben in der Frühe stehen bereits die ehrenamtlichen Teamer/innen aus ganz Sachsen auf dem Schulhof, um mit Pinnwand und Moderationsmaterialien in die Klassen zu gehen, bis zu drei Klassen pro Tag. Parallel dazu baut das DGB-Team schon den Infostand im Schulhof auf. Mit jeder Menge aktuellen Materialien, Kaffee und Aktionsspielen stehen dort die kompetenten Ansprechpartner/innen allen Schüler/innen und Lehrer/innen der Schule mit Antworten zu den Fragen rund um Ausbildung und Berufsstart zur Verfügung. „Guten Morgen und wer wir sind“, damit startet der Projekttag „Demokratie und Mitbestimmung“ in der Berufsschulklasse. Mit einem Stuhlkreis, den Frontalunterricht durchbrochen, wird es kein normaler Schultag. In diesem Projekttag geht es um die Gesellschaft in der sie leben. Es geht um ihre Ausbildung. Beginnend mit dem Aufbau von Wirtschaft und Gesellschaft wird der Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit abgeleitet. Es wird über die Entstehung von Tarifverträgen und deren Funktion gesprochen – folgend diesen Interessengegensatz zu regulieren. Aber nicht langweilig und frontal. Mit vielfältigen Methoden werden die Teilnehmenden des Projekttages animiert mitzumachen, und sich die Inhalte zu erarbeiten, wie bspw. das Erleben von Konkurrenz und Solidarität. Während der Pausen stehen auf dem Schulhof die Schüler/innen neugierig um den Stand. Sie kommen mit den jungen Gewerkschafter/innen ins Gespräch. Stellen Fragen zu ihrer Ausbildung und diskutieren über aktuelle Themen, wie den Mindestlohn, die Wahlen oder Rechtsextremismus. Sie können sich dazu Materialien mitnehmen. Auch die Lehrer/innen kommen mit ihren Klassen, die an diesem Tag keinen Projekttag haben, während des Unterrichts an den Stand und lassen die Schüler/innen ihr Wissen testen und erweitern. Das, was auf dem Hof oft Thema ist, ist auch der Kernpunkt des Projekttages. Das, was die meisten Azubis interessiert und betrifft, sind Probleme in der Ausbildung. Und davon gibt es viele: Überstunden, fehlende Anleitung durch den Ausbildenden oder ausbildungsfremde Tätigkeiten, das heißt, auch die Nicht-Einhaltung der Ausbildungsrahmenpläne und damit das Fehlen der prüfungsrelevanten Stoffe, um nur Einige zu nennen. Es ist ein guter Zeitpunkt für die Schüler/innen, um die Fachleute der zuständigen Mitgliedsgewerkschaft vom Hof in die Klasse zu holen. Eine Person, mit viel Erfahrung und die auf viele fachlichen Fragen eine Antwort weiß, die die gesetzlichen Grundlagen genau kennt und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen kann. Schon vor Ort können so Lösungsstrategien entwickelt werden. Im Kernpunkt stehen die vorhandenen Möglichkeiten der Interessenvertretung in Schule und Betrieb und der Rechtsberatung. Um den Tag abzurunden, werden die Aufgaben- und Themenfelder von Gewerkschaften anhand eines Quizes erarbeitet. Auch weitere Anlaufstellen und Mitmachorganisationen vor Ort werden benannt. Der Projekttag soll zum Mitdenken animieren. Die Schüler/innen sollen sich hier mit ihrer Arbeits- und Lebenswelt auseinandersetzen können, um selbst aktiv zu werden. Das Ziel des Projekttages ist erreicht, wenn wichtiges Basiswissen über das System der Schutzreche für Beschäftige und Auszubildende sowie zu Mitwirkungsmöglichkeiten in der Ausbildung vermittelt werden konnten. Dass dies gelingt, zeigen die jährlichen Evaluationen und die Rückmeldungen der Schüler/innen: „Ich fand es gut, dass ihr euch für unsere Probleme interessiert.“; „Ich weiß jetzt, an wen ich mich bei Problemen wenden kann. Azubis haben mehr Rechte als gedacht.“; „Ich fand die Diskussionen gut. In der Schule ist dafür meistens wenig Zeit.“; “Ich weiß jetzt, was Gewerkschaften sind und was sie machen.“ und schließlich: „Kommt ihr wieder?“. Ein Projekttag der bei den Schüler/innen ankommt! Ja wir kommen wieder! Das Projekt “Berufsschultour“ besteht nunmehr seit 2002 in Sachsen und wird immer mehr zum Bestandteil der Schulen. Und es wird getragen, von den vielen ehrenamtlichen Teamer/innen, die in den Klassen die Projekttage durchführen und den Aktiven, den Mitgliedsgewerkschafter/innen auf dem Hof. Und auch in diesem Jahr sind wir ein zweites Mal mit der Berufsschultour in Sachsen unterwegs. Vom 17. August bis zum 09. Oktober 2009.
*** Fragen zum Projekt an: DGB-Jugend Sachsen Anja Klingner Mail:
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Tel: 0351 - 8633 156 |